🕎 „Judentum – das ist doch das mit dem Krieg, als Millionen Juden umgebracht wurden.“ Die Antwort, die uns ein Viertklässler bei den Auftritten des Puppentheaters Bubales gegeben hat, liefert auch die Antwort darauf, weshalb Puppenspielerin Shlomit Tripp mit ihren Bubales seit Jahren durch die Republik tourt: Sie, als Jüdin, möchte, dass von ihrer Religionsgemeinschaft weitaus mehr als das Wissen um die Shoah in die Köpfe kommt.
Sieben Aufführungen, davon eine für erwachsenes Publikum, eine fürs Jugendzentrum und fünfmal Bubales, die für sämtliche Dritt- und Viertklässler:innen Rehburg-Loccums spielen und tanzen: Dazu hatte unser Arbeitskreis Stolpersteine Shlomit eingeladen.
Das Thema: Chanukka, das jüdische Lichterfest, das Jüdinnen und Juden weltweit im Dezember feiern. Jüdische Kultur bringt sie so ganz nah an kleine und auch an größere Leute heran. Lebhaft, sympathisch und mit viel Spaß für alle.
Der Ansatz dieses Puppenspiels liegt allerdings nicht allein in der jüdischen Kultur. Auf Begeisterung konnte auch Aische immer setzen – die muslimische Freundin des jüdischen Jungen Shlomo, der gar keine Lust auf Chanukka hat, weil alle um ihn herum Weihnachten feiern. So kommen in einem Stück drei Weltreligionen zusammen - neugierig und offen für die jeweils andere Geschichte, die anderen Bräuche.
Das sei lehrreich, meinten auch die Lehrkräfte, die mit den Schüler:innen in die Stolperstein-Räume stapften. Geht es nach ihnen und uns, kommt Shlomit in zwei Jahren erneut zur Adventszeit nach Rehburg-Loccum. Damit die nächste Generation Dritt- und Viertklässler ebenfalls lachen, tanzen und klatschen kann beim Spiel der Bubales. Und ganz nebenbei mehr über jüdische Kultur und die Vorzüge interkulturellen Zusammenlebens zu erfährt.
Großer Dank an alle Förderer, die die Aufführungen ermöglicht haben: den Landschaftsverband Weser-Hunte, die Rotary Clubs Stolzenau und Rehburg-Loccum am Kloster, die Fördervereine der Grundschulen Münchehagen und Rehburg sowie den Verein für Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit!
12. Dezember 2025
Beate Ney-Janßen
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